Eine neue Kuckucksuhr ist in zwanzig Minuten betriebsbereit – vorausgesetzt, man geht in der richtigen Reihenfolge vor. Diese Anleitung gilt für mechanische Uhren aus unserer Manufaktur; die modellspezifischen Details stehen in den Bedienungsanleitungen.
Schritt 1: Auspacken und Transportsicherungen entfernen
Nehmen Sie die Uhr vorsichtig aus dem Karton und legen Sie sie mit der Rückseite nach oben auf eine weiche Unterlage. Im Inneren sichern wir bewegliche Teile für den Transport: Papierstreifen oder Klammern zwischen den Blasebälgen, gelegentlich ein Draht an der Kuckuckstür. Diese Sicherungen müssen vollständig entfernt werden, sonst bleibt der Ruf aus. Prüfen Sie auch, ob die Ketten frei hängen und nicht verdreht sind.
Schritt 2: Den richtigen Platz wählen
Die Uhr braucht eine feste Wand – Dübel und Schraube, kein Nagel in Gipskarton. Rechnen Sie das Gesamtgewicht mit Gewichten: Ein 8-Tage-Chalet kann über zehn Kilogramm wiegen.
Unter der Uhr muss genug Fallhöhe für die Gewichte bleiben: mindestens etwa 60 cm bei einem 1-Tag-Werk, bei 8-Tage-Werken deutlich mehr. Vermeiden Sie Plätze direkt über einer Heizung, in praller Sonne oder an einer feuchten Außenwand – Holz arbeitet, und starke Klimaschwankungen sind der häufigste Grund für spätere Probleme.
Schritt 3: Aufhängen
Hängen Sie das Gehäuse an der rückseitigen Aufhängung ein und richten Sie es exakt senkrecht aus. Die häufigste Ursache für eine stehengebliebene Kuckucksuhr ist eine schief hängende Uhr.
Schritt 4: Pendel und Gewichte anbringen
Hängen Sie zuerst das Pendel ein: Der Draht des Pendels wird durch den Schlitz unter dem Gehäuse geführt und in den Pendeldraht des Werks eingehängt. Dann hängen Sie die Gewichte an die Kettenhaken.
Achten Sie darauf, die Gewichte nicht zu vertauschen, falls sie unterschiedlich schwer sind – bei Musikuhren ist das dritte Gewicht für das Spielwerk oft schwerer. Die Angabe finden Sie in der Anleitung Ihres Modells.
Schritt 5: In Gang setzen
Geben Sie dem Pendel einen leichten seitlichen Anstoß. Die Uhr sollte gleichmäßig ticken. Klingt das Ticken ungleichmäßig („tick—tack, tick—tack“), hängt die Uhr nicht senkrecht: Verschieben Sie das Gehäuse minimal nach links oder rechts, bis der Takt gleichmäßig ist. Man nennt das den Aufzug ins Gleichgewicht bringen.
Schritt 6: Uhrzeit stellen
Bewegen Sie nur den großen Zeiger und immer im Uhrzeigersinn. Lassen Sie den Kuckuck bei jeder vollen und halben Stunde ausrufen, bevor Sie weiterdrehen. Den kleinen Zeiger niemals von Hand verstellen – er stellt sich mit.
Stimmt die Zahl der Rufe nicht mit der angezeigten Stunde überein, drehen Sie einfach den Stundenzeiger allein auf die Stunde, die der Kuckuck gerufen hat. Danach passt es dauerhaft.
Schritt 7: Aufziehen
Ziehen Sie an der freien Seite der Kette, bis das Gewicht wieder oben ist. Ziehen Sie nie am Gewicht selbst nach oben – das kann die Kette aus dem Kettenrad springen lassen. Ein 1-Tag-Werk wird täglich aufgezogen, ein 8-Tage-Werk einmal pro Woche, am besten immer am selben Wochentag.
Schritt 8: Gang regulieren
Lassen Sie die Uhr einen vollen Tag laufen und vergleichen Sie dann mit einer genauen Uhrzeit.
- Geht die Uhr nach: Pendelbehang ein Stück nach oben schieben.
- Geht die Uhr vor: Pendelbehang ein Stück nach unten schieben.
Verschieben Sie jeweils nur wenige Millimeter und warten Sie wieder einen Tag. Nach zwei bis drei Korrekturen liegt eine gut gebaute mechanische Uhr im Bereich von etwa ein bis zwei Minuten Abweichung pro Tag – das ist bei einem Pendelwerk normal und kein Mangel.
Häufige Fragen
Die Uhr bleibt nach kurzer Zeit stehen
In dieser Reihenfolge prüfen: Hängt sie senkrecht? Ist eine Transportsicherung übersehen worden? Ist eine Kette verdreht oder verhakt? Berührt das Pendel das Gehäuse oder ein Gewicht? Sind die richtigen Gewichte angehängt?
Der Kuckuck ruft nicht
Meist steckt noch die Sicherung zwischen den Blasebälgen, oder die Nachtabschaltung ist aktiviert.
Die Uhr ruft zur falschen Stunde
Stundenzeiger allein auf die gerufene Stunde drehen (Schritt 6).
Sie ist umgezogen und läuft nicht mehr
Für den Transport Pendel und Gewichte immer abnehmen und die Blasebälge sichern. Nach dem Umzug diese Anleitung von Schritt 3 an wiederholen.
Bleibt das Problem bestehen, schreiben Sie uns – unser Reparaturservice in Gütenbach betreut auch Uhren, die Jahrzehnte alt sind. Zur laufenden Pflege lesen Sie unsere Seite Uhrenpflege.